historisches Wappen der Stadt Bitterfeld 
Bitterfeld wird erstmals am 28. Juni 1224 urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort 1637 durch die Schweden geplündert. Nachdem Bitterfeld lange Zeit zu Sachsen gehörte, wurde es im Zuge des Wiener Kongresses 1815 der preußischen Provinz Sachsen angegliedert.
Bitterfeld ist ein Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt und ein Zentrum der chemischen Industrie. Bis zum 30. Juni 2007 war Bitterfeld eine eigenständige Stadt und Kreisstadt des Landkreises Bitterfeld.
Zum wirtschaftlichen Aufschwung kam es in Bitterfeld durch Industrieansiedlung und Anbindung an das Eisenbahnnetz nach 1857. In den Chemie- und Rüstungsbetrieben der Stadt mussten in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere hundert Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer unterschiedlicher Nationalität Zwangsarbeit verrichten.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Bitterfeld ein für die damalige Zeit modernes Industriezentrum, in dem auch kriegswichtige Substanzen hergestellt wurden. In der DDR wurde es zu einem Symbol für die marode Ausstattung der Wirtschaft und gefährliche Umweltverschmutzung, da keine Modernisierung der Anlagen durchgeführt wurde und so die Verschmutzung der Umwelt genauso weiterging wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Akkumulation von Giften aus den vielen Jahren umweltzerstörendem Wirtschaftens, vor allem auch während der Weltkriege, hatte beträchtliche Schäden an der Umwelt in dieser Region zur Folge. In jenen Jahren trug die Stadt auch den wenig schmeichelhaften Titel dreckigste Stadt Europas. Wie durch einen speziellen Farbfilter betrachtet, lag eine monochrome, graubraungrünliche Lasur über Häusern, Landschaft und Fabriken.
Bitterfeld gehört zu den wichtigsten Zentren des Volksaufstands gegen die SED-Diktatur. Am 17. Juni 1953 demonstrierten auf dem zentralen Platz der Jugend und den Binnengartenwiesen bis zu 50 000 Menschen – mehr als Bitterfeld damals Einwohner zählt. Der Lehrer Wilhelm Fiebelkorn verlas ein Telegramm an die Regierung der DDR, in dem der sofortige Rücktritt der Regierung, freie Wahlen, die Freilassung politischer Gefangener und die Abschaffung der Volksarmee gefordert wurden. Das Streikkomitee, dem der am 20. Juni als “Rädelsführer” verhaftete Elektriker Paul Othma angehörte, setzte den Bürgermeister Heinz-Rudolf Strauch ab. Demonstranten besetzten die SED-Kreisleitung sowie das MfS-Gebäude und verlasen die Namen von Spitzeln.
Am 11. Juli 1968 wurde Bitterfeld von einem gewaltigen Explosionsunglück erschüttert. Im Chemiekombinat war die PVC-Halle in die Luft geflogen. 42 der 57 in der Halle befindlichen Arbeiter waren sofort tot, insgesamt 200 Menschen mußten ärztlich versorgt werden. Weite Teile des Werks waren zerstört.
Am 27. September 1988 machte das ARD-Magazin Kontraste auf die Umweltverschmutzung der Region, vor allem am Beispiel des Silbersees aufmerksam (die ORWO-Filmfabrik entsorgte in dieses Restloch des Tagebaus “Grube Johannes” diverse Abfälle) – mit dem Beitrag Bitteres aus Bitterfeld von Rainer Hällfritzsch, Ulrike Hemberger und Margit Miosga unter Mitarbeit von Hans Zimmermann aus Bitterfeld und Ulrich Neumann aus Ost-Berlin vom Grün-ökologischen Netzwerk Arche
In der Zeit von 1974 bis 1993 wurde in Bitterfeld Bernstein im Tagebau abgebaut, zunächst von Hand, ab 1976 mit maschinellen Hilfsmitteln.
Nach der Friedlichen Revolution von 1989 und den sich ergebenden Industriestilllegungen konnten Menschen, Pflanzen und Natur bildlich gesprochen wieder aufatmen. Wenn auch der Wegfall vieler Arbeitsplätze vielfach eine enorme Belastung für die Menschen bedeutete, konnte nun daran gedacht werden, die geschundene Region wieder lebenswerter zu machen. Mit milliardenschweren Rekultivierungsleistungen wurde die Bergbaufolgelandschaft um Bitterfeld in eine Seenlandschaft verwandelt, welche heute Ziel für Wanderer und Wassersportler ist. Stück für Stück kann beobachtet werden, wie die Natur ihre alten Narben überwächst. Monika Maron porträtierte in ihrem Roman Flugasche die äußerst schwierigen Produktionsbedingungen in Bitterfelder Chemiebetrieben. Trotz Stilllegung zahlreicher, Industriebetriebe und wirtschaftlicher Probleme ist Bitterfeld als Teil des Mitteldeutschen Chemiedreiecks um Halle (Saale) und Leipzig mit dem neuen „Chemiepark” noch immer ein bedeutender Standort der modernen chemischen Industrie.
Im Jahr 2000 war Bitterfeld eine Korrespondenzregion der Expo 2000 in Hannover. Eines der noch heute sichtbaren Expo-Resultate ist das Berufsschulzentrum August von Parseval. Es wurde im Jahr 2000 der Nutzung übergeben.
Am 20. Februar 1991 wurde der Initiativkreis Bitterfeld-Wolfen e. V. gegründet.