Wappen des Landkreises Anhalt Bitterfeld 
Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld erstreckt sich auf einer Fläche von 1.400 km² vom
mittleren zum südöstlichen Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Insgesamt leben dort 180.489 Menschen (Stand: 30.06.2009). Der neue Landkreis ist aus den ehemaligen Landkreisen Bitterfeld und Köthen/Anhalt sowie aus Gemeinden des früheren Landkreises Anhalt-Zerbst gebildet worden. Die Kreisstadt ist Köthen/Anhalt
Als Teil des mitteldeutschen Wirtschaftsraumes befindet sich der Landkreis im Norden des Ballungsgebietes Leipzig-Halle. Die Bitterfelder Region ist von der chemischen Industrie, der Filmproduktion und dem Braunkohletagebau geprägt worden. Während sich die chemische Industrie nach 1990 erholt hat und viele Arbeitsplätze geschaffen wurden, ist von der Filmproduktion so gut wie nichts erhalten geblieben. Einen Überblick über die Geschichte und die Produktionsverfahren der einst größten Filmfabrik Europas und dem einst zweitgrößten Unternehmen seiner Branche in der Welt kann man sich im Industrie- und Filmmuseum Wolfen verschaffen
Neben der schon einige Jahre zurückliegenden Ansiedlung von Bayer macht inzwischen auch die Solarbranche im Gewerbepark Thalheim bundesweit von sich reden. So siedelten sich um die Firma Q-Cells weitere US-amerikanische und australische Firmen an und produzieren Photovoltaikmodule für den Weltmarkt. Der Landkreis verfügt mit einem gut ausgebauten Netz von Bundes-, Landes- und kommunalen Straßen über eine sehr günstige Verkehrsanbindung.
Im ehemaligen Landkreis Köthen sind eine Vielzahl von bedeutenden mittelständischen Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen ansässig. Wie die Lackfabrik im Mittelzentrum Köthen (Anhalt), die Wetzel Gröbzig Micro Products GmbH (Spinndüsenproduktion) in Gröbzig, die Woodward Governor Germany GmbH (Einspritzgeräte), die Pilkington Automotive Deutschland GmbH (Fahrzeugglas) und die Harbison-Walker Refactories GmbH (Erzeugnisse der Feuerfest-Industrie) in Aken (Elbe). Zudem produzieren die Orbita-Filmfabrik, die EVC-Packaging und das Pipelife-Rohrsysteme-Unternehmen am Chemiestandort Weißandt-Gölzau Kunststofferzeugnisse. Eine enge Verbindung von Wissenschaft und Forschung zur Wirtschaft praktiziert die Hochschule Anhalt (FH) in Köthen (Anhalt). Zudem begleitet das Technologiezentrum Köthen, zusammen mit der Hochschule, junge innovative Unternehmer.
Die Landwirtschaft um Köthen ist auf Grund des fruchtbaren Schwarzerdebodens seit jeher ein wichtiger Wirtschaftszweig. Rund 80% der Kreisfläche werden landwirtschaftlich genutzt.
Die Gegend um Zerbst wird durch einen starken Mittelstand im Handwerk und Dienstleistungsgewerbe geprägt. Sie ist Standort für Unternehmen im Metallbau, Werkzeugmaschinenbau, Spezialglasverarbeitung, Fleisch- und Wurstwarenherstellung, Feinkostherstellung oder Kühl- und Lagerwirtschaft.
Seinen Namen hat der Landkreis vom ehemaligen Fürstentum Anhalt-Zerbst, dessen Gebiet sich im Wesentlichen mit dem heutigen Kreisgebiet deckt.
Der Abbau der Braunkohle im Bitterfelder Revier ist inzwischen beendet und öffnet die Tür in eine neue Zeit. Aus ehemals klaffenden Wunden in der Natur entstanden Naturschutz- und Naherholungsgebiete. Die Goitzsche ist hierfür das Paradebeispiel. Die Bitterfelder Wasserfront, die Bernsteinpromenade mit Pegelturm, die Mühlbecker Bucht sowie die Halbinsel Pouch und das Naturschutzgebiet um den Bärenhof zeugen von dieser Entwicklung.
Eine weitere Attraktion des Landkreises ist das 1. Deutsche Buchdorf in Mühlbeck-Friedersdorf, wo seit 1997 Lese- und Bücherfreunde antiquarische Bücher in inzwischen 14 Antiquariaten finden können. Viele tausend Besucher zieht jährlich der Irrgarten Altjeßnitz an. Das Heckenlabyrinth ist mit einer Fläche von ca. 2.600 m² der größte und älteste noch erhaltene historische Irrgarten Deutschlands.
Die Region Köthen/Anhalt verfügt über reizvolle Naturschutzgebiete, erstaunliche Zeugnisse frühgeschichtlicher Besiedlung und einen reichen Fundus kulturhistorischer Schätze des Mittelalters. Das südlichste in Mitteleuropa erhaltene Megalithgrab (Großsteingrab) befindet sich in Schortewitz. Auch in Wulfen und Drosa sind gewaltige Grabbauten zu finden. Die als Megalith-, Hünen- oder Ganggräber bekannten Grabstätten dienten Großfamilien als letzte Ruhestätte. Bis ins 12. bzw. 13. Jahrhundert zurück reichen die Chroniken der später aufblühenden Fürstenresidenz Köthen, des Schifferstädtchens Aken, des um 1800 nachhaltig von jüdischen Mitbürgern geprägten Gröbzig und des naturnahen Radegast mit seinem renommierten Landgestüt. Zudem ist die Bachstadt Köthen mit ihren zahlreichen Baudenkmälern und Museen immer eine Reise wert.
Burganlagen, romanische Dorfkirchen und andere Erbstücke lohnen auch einen Besuch in den anderen 34 Gemeinden des Landeskreises.
Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittelelbe – weitgehend im ehemaligen Landkreis Anhalt-Zerbst gelegen – erstrecken sich entlang der Mittleren Elbe die größten zusammenhängenden Auenwaldkomplexe Europas. Der vielgestaltige Lebensraum ermöglicht zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ihre Existenz. Insgesamt sind über 1.000 verschiedene Pflanzenarten registriert worden. Ebenso mannigfaltig ist die Tierwelt. Über 40 Säugetierarten sind nachgewiesen. Der Elbebiber – dem Aussterben nahe gewesen – fand hier nach dem zweiten Weltkrieg sein letztes Rückzugsgebiet. Der Bestand konnte sich inzwischen auf etwa 1.200 Tiere im Biosphärenreservat erholen. Wer die Nager einmal aus nächster Nähe beobachten möchte, bekommt in der Biberfreianlage zwischen Oranienbaum und Dessau Gelegenheit dazu. Die wunderschöne Natur an der Elbe lässt sich am besten auf eigene Faust erkunden. Wanderer und Radwanderer finden paradiesische Routen und Plätze. Nicht umsonst hat die UNESCO das Gebiet unter Schutz gestellt.
Einheitsgemeinden
- Einheitsgemeinde Stadt Zerbst/Anhalt
- Einheitsgemeinde Stadt Aken (Elbe)
- Einheitsgemeinde Osternienburg
- Einheitsgemeinde Stadt Köthen (Anhalt)
- Einheitsgemeinde Stadt Südliches Anhalt
- Einheitsgemeinde Raguhn-Jeßnitz
- Einheitsgemeinde Stadt Zörbig
- Einheitsgemeinde Stadt Bitterfeld-Wolfen
- Einheitsgemeinde Stadt Sandersdorf-Brehna
- Einheitsgemeinde Muldestausee